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Solo/Duo-Wettbewerb digital

Das Beste aus einer schwierigen Situation machen

Das Beste aus einer schwierigen Situation machen!

So lautete das Motto des diesjährigen Solo/Duo-Wettbewerbs „concertino“, der im Digitalformat ausgetragen wurde. Das Vorhaben ist gelungen: Die acht Juroren sahen und hörten beim MON-Verbandsentscheid (der in diesem Jahr gleichzeitig das Finale des Wettbewerbs darstellte) insgesamt 43 Vorträge (39 Solo- und 4 Duo-Beiträge), die für Begeisterung sorgten. Gleich vier Mal konnten die Juroren 100 Punkte vergeben, über die Hälfte aller Vorträge wurden mit dem Präsikat „mit ausgezeichnetem Erfolg“ honoriert. „Die Leistungen reichten teils an ein professionelles Niveau heran“, urteilte Juror Bernd Schuster.

Dass die Bewertung der eingesandten Videos nicht dasselbe ist wie ein Live-Vortrag, war den Verantwortlichen natürlich klar. Die Wettbewerbsbedingungen sollten für Verhältnisse sorgen, die möglichst nah an der Live-Situation lagen: Schnitte im Video oder die Hinzufügung einer eigenen Tonspur waren beispielsweise verboten, und die Teilnehmer wurden gebeten, die Stücke wie im Wettbewerb zu spielen und nicht mehrere Versuche aufzunehmen, um dann die beste Version einzuschicken. „Ich glaube schon, dass sich die Teilnehmer daran gehalten haben“, meint Gerhard Böck, der zuständige Referent für die musikalischen Wettbewerbe. Er war bei allen Vorträgen als Moderator für den technischen Ablauf zuständig und sorgte dafür, dass die Jurysitzungen reibungslos abliefen.

„Es hat alles wirklich gut geklappt“, bestätigte Thomas Schmidt, Schusters Jurykollege bei den Blechbläsern. „Es gibt aber schon ein paar Dinge, die man einfach nicht bewerten kann, und die in der Live-Situation eine Rolle spielen. Da ist zum Beispiel die Bühnenpräsenz der Musiker, wie sie atmen, wie sie hereinkommen – das alles fehlt bei den Video-Vorträgen. Andere Bereiche wie Technik oder Tonkultur oder die stilistische Interpretation der Stücke kann man dagegen sehr wohl gut bewerten“, so Schmidt weiter. Hinzu kommt, dass die Voraussetzungen für alle Teilnehmer gleich waren, denn die Juroren hörten alle Teilnehmer über dieselben Lautsprecher oder Kopfhörer und sahen die Vorträge über denselben Monitor.

Das Wichtigste aber war: „Diese jungen Musiker, die an unserem Wettbewerb teilgenommen haben, die hatten ein Ziel, das sie mit aller Kraft verfolgt haben! Die haben ihr Instrument nicht einfach eingemottet, als man nicht mehr proben durfte, sondern sie haben fleißig weitergeübt. Das ist die Hauptsache. Von daher hat unser Wettbewerb seinen Zweck voll erreicht!“, freute sich Gerhard Böck nach dem Wettbewerb. „Den Wettbewerb abzusagen, wäre die einfachste Option gewesen. Aber durch den Modus mit den Videoeinsendungen haben wir wirklich das Beste aus der Situation gemacht. Die Teilnehmerzahlen und die Leistungen der Teilnehmer bestätigen uns das.“ Gleichwohl, so Böck weiter, freue man sich beim MON und sicher auch bei den Teilnehmern schon wieder auf Wettbewerbe im Präsenzmodus. Auf die knisternde Spannung vor dem ersten Ton, den Klang im Raum und auf den verdienten Applaus für die Künstler nach dem Schlusston. „Für den diesjährigen Wettbewerb dürfen wir aber noch einmal allen Teilnehmern und Juroren für ihr Mitmachen danken. Und den Teilnehmern gratulieren wir ganz herzlich zu ihren tollen Leistungen. Nicht nur den Verbandssiegern, sondern ausdrücklich allen Teilnehmern. Ihr habt Euch der Herausforderung gestellt und einfach großartig musiziert!“

Die Ergebnisliste finden Sie hier:

Ergebnisliste MON-Verbandsentscheid